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Lohnt es sich, mit dem Abschluss einer Pflegeversicherung zu warten bis der Pflege-Bahr eingeführt ist?

Solange es noch keine neuen, speziell für den Pflege-Bahr konstruierten Tarife gibt, kann man nur spekulieren wie diese im Vergleich zu den heutigen Tarifen stehen werden. Da es einen sogenannten Kontrahierungszwang geben wird, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die speziellen Pflege-Bahr-Tarife teurer sein werden als die derzeit angebotenen und zwar so viel teurer, dass auch die staatliche Förderung dies nicht wett machen wird. Gesunde Bürger werden daher nur die deutlich billigeren Tarife der alten Welt, also mit Risikoprüfung wählen. Die Negativauswahl bei den geförderten Tarifen wird also zunehmen. Weitere Beitragssteigerungen sind dann die Folge - spätestens nach Ablauf der Wartezeit.

Hinzu kommt, dass die neuen Tarife eine lange Wartezeit haben werden, was auf jeden Fall eine Schlechterstellung sein wird. Da wahrscheinlich alle Versicherer die längstmögliche Wartezeit von 60 Monaten in die Tarife integrieren werden, kommt nach Ablauf dieser Wartezeit wohl eine regelrechte Schadenswelle auf die Versicherer zu, was sich in dann noch einmal stark steigenden Prämien bemerkbar machen wird.

Ab 2013 wird es außerdem nur noch UNISEX-Tarife geben. Deshalb werden die Versicherungen für Männer erheblich teurer werden. Da sich in den meisten Tarifen das Eintrittsalter mit der Formel „Jahr des Abschlusses minus Geburtsjahr“ berechnet, sind Sie versicherungsmathematisch schon ab dem 1. Januar 2013 ein Jahr älter und der Tarif damit für Sie teurer als heute.

Unsere Empfehlung:

Schließen Sie unbedingt so früh wie möglich eine Pflegetagegeldversicherung ab! Wenn Sie den Pflege-Bahr unbedingt mitnehmen möchten, dann wählen Sie einfach eine etwas geringere Versicherungssumme (Tagegeld) und ergänzen Sie die Versicherung 2013 mit dem kleinstmöglichen Pflege-Bahr-Vertrag (10 Euro Eigenanteil + 5 Euro Förderung).

Übrigens: Es gibt auch heute schon Tarife ohne Gesundheitsfragen. Der Kontrahierungszwang ist also nicht zwangsläufig ein Grund auf die förderfähigen Tarife zu warten.
Stand Juli 2012

Was bedeutet Kontrahierungszwang?

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass bei den förderfähigen Pflegetagegeldversicherungen jeder Antragsteller auch einen Vertrag zu normalen Konditionen bekommen muss. Der Versicherer darf einen Antrag also weder ablehnen noch Beitragszuschläge erheben, auch nicht aus gesundheitlichen Gründen. Das bedeutet Kontrahierungszwang.

Um einen Risikoausgleich zu schaffen, darf der Versicherer jedoch zumindest eine lange Wartezeit (bis zu 60 Monate) in die Tarife einbauen.
Stand Juli 2012

Was bedeutet die Wartezeit in der förderfähigen Pflegetagegeldversicherung?

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass die Versicherer eine so genannte Wartezeit von maximal 60 Monaten in die Pflege-Bahr-Tarife einbauen dürfen. Das bedeutet, der Versicherer braucht nach Vertragsbeginn frühestens nach Ablauf dieser Wartezeit eine Leistung erbringen.

Wird eine versicherte Person innerhalb dieser Zeit Pflegebedürftig und ist sie es auch nach Ablauf der Wartezeit noch, muss der Versicherer ab diesem Zeitpunkt das vertraglich vereinbarte Pflegetagegeld leisten.
Stand Juli 2012

Kann meine bereits bestehende private Pflegetagegeldversicherung mit dem Pflege-Bahr gefördert werden?

Theoretisch ist das möglich. Jedenfalls sieht das Gesetz auch die Förderung von Altverträgen vor. Allerdings müssen diese genau die gleichen Kriterien erfüllen wie die eigens für den Pflege-Bahr geschaffenen Tarife, welche sind:
  • Es handelt sich um eine Pflegetagegeldversicherung (keine Pflegerenten- oder Pflegekostenversicherung).
  • Die monatliche Beitragszahlung muss mindestens 10 Euro aus eigener Tasche betragen.
  • Der Tarif muss Leistungen in allen Pflegestufen (0 bis III) vorsehen.
  • Die Tarifleistung in Pflegestufe III muss mindestens 600 Euro monatlich sein.
  • Von Seiten des Versicherers besteht ein einseitiger Kontrahierungszwang für Personen ab 18 Jahren. Ausnahmen: bereits bestehende Demenz und Pflegebedürftigkeit.
  • Die Wartezeit darf nicht mehr als 5 Jahre betragen (uns ist allerdings kein Tarif bekannt, der eine längere Wartezeit hätte).
Ob es derzeit Tarife gibt, die tatsächlich förderfähig sind, wird derzeit von den Versicherern geprüft. Eine Garantie dafür hat jedenfalls bislang noch kein Versicherer für seine Pflegetagegeldtarife abgegeben. Zu vermuten ist, dass die Versicherer eher so vorgehen, dass Sie spezielle, förderfähige Tarife auflegen und den Bestandskunden eine Wechselmöglichkeit garantieren.

Aus dem Gesundheitsministerium verlautet: Niemand wisse, wie viele der Altverträge förderungswürdig seien. Vermutlich entsprächen die meisten bestehenden Pflegetagegeldversicherungen nicht den Kriterien.
Stand Juli 2012
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